** ZITTERN **


EXHIBITION

* FREIE KLASSE MUC *

Stadtgalerie AMBERG * DE

* ALTE FEUERWACHE *

 

09.2017

 

Bekanntlich agiert das Kunstkollektiv „Freie Klasse“ wie eine Musikgruppe. Wie in einer wilden Boy-Group spielen alle gemeinsam, doch anstatt Musik zu machen ist das Endprodukt ihrer Arbeit die bildende Kunst. Natürlich ist es die erfahrene Herangehensweise zuerst Erwartungen und dann Verwirrungen zu stiften, die die fünf Künstler Wolfgang Groh, Hermann Hiller, Ralf Homann, Wilhelm Koch, Gottfried Weber-Jobe – alle fünf längst dem Boy-Group-Alter entsprungen – zur meisterlichen Perfektion entwickelt haben. Immer war das Kunstkollektiv den Debatten der Zeit um fünf Nasenlängen voraus. Und nun „Zittern“? Drei Überlegungen mögen dem Leser mit auf dem Weg gegeben sein: Politisch argumentiert zittert eine Freie Klasse nicht, denn sie ist frei. Ästhetisch gesehen hat das Zittern eines Malers wie Gerhard Richter mit dem großen feinen Pinsel die Unschärfe fehlerhafter Fotografie in die Malerei überführt. Ist das die versteckte Botschaft der Freien Klasse? Entdecke das Zittern in der Kunstgeschichte! Vielleicht ist auch ganz anders: Glauben wir der Zitty, der Berliner Szene-Zeitschrift, liegt der Kunstmarkt der deutschen Hauptstadt zwischen „Zittern und Hoffen“. Getrübte Stimmung weltweit: Nur noch wenige Große verdienen fast alles, der Rest darbt. Da heißt es: Warm anziehen! Oben wird die Luft dünner, unten umso kälter. Ein künstlerisches Zittern und Zähneklappern landauf und Land unter. 

R.F.O. Aukofer, Garda, Italien, 2017