Tatort - Haus der Gegenwart - 2005

in Freie klasse München - Fotos: Edward Beierle

Bei der neue Bespielung des Hauses der Gegenwart – durch den TATORT – Regie: Freie Klasse – sind die Bewohner nicht mehr da. Mal wieder. Offensichtlich sind sie diesmal nicht freiwillig gegangen. Etwas ist passiert. Auf der BUGA hört man die Durchsage der Polizei: „Bitte zum Haus der Gegenwart kommen ...“ Es sind nur noch Spuren der Gewesenen und ihres Lebens übrig geblieben. Spuren, die auf so etwas wie ein Verbrechen hinweisen, sind zu sehen. Dinge sind umgefallen, zerstört, durcheinander geraten. Die Führungen durch das Haus gehen weiter, obwohl die Polizei den TATORT gesichert hat. Die Spurensicherung arbeit auf Hochtouren. Fingerabdrücke werden genommen, Blätter gesammelt und Fußabdrücke in Gips gegossen. Die Fahnder werden ständig belästigt von den Besuchern der BUGA. Und es taucht tatsächlich die Frage auf, ob die Männer in den weißen Overalls die Bewohner sind? Jeder der drei Aufenthaltsräume lässt auf einen anderen Bewohner schließen. Zeige mir wie du wohnst und ich sage dir wer du bist. Eine imaginierter Lebensentwurf für die Räume des Hauses wird sichtbar. Im Gemeinschaftsraum sind Stühle umgefallen. Auf dem Herd liegen Essensreste. Schubladen sind aufgezogen. Ein roter Spritzer. Draußen vor der Tür stehen Berge von leeren Flaschen. Im Garten hat jemand angefangen, ein Loch zu graben. Unter dem Haus auf einem der Stellplätze steht ein oranger BMW mit eingeschlagenem linkem Scheinwerfer. Was ist nur passiert? Auch die Freie Klasse hat Fragen: „Ist es unmöglich im Haus der Gegenwart zu leben, zu überleben?“ - Dina Straße, 2005