Kultur der Favela - Rio de Janeiro - Brasilien - 2001

'Der alternative Modedesigner Hermann Hiller wurde vom GIIN Rio eingeladen, um in der Favela Rocinha mit der Kooperative Coopa-Roca gemeinsam für die Ausstellung 'REtalhar' ein Objekt zu gestalten. Seine Idee war ebenso schlüssig wie erfolgreich: Da in Rio viele Menschen als lebende Litfaßsäulen herumlaufen, die man hier 'homem/mulher sanduiche' nennt, beschloss er dieses 'Kleidungsstück' mit seinen Urhebern zu identifizieren. Er forderte (nach einigen Überredungskünsten mit Erfolg) 17 Näherinnen der zweiten Generation der Modekooperative auf, Fotoportraits ihrer Eltern anzufertigen und diese anstatt eines Propagandamittels in die Trageobjekte vorne (Brust) und hinten (Rücken) einzusetzen. Wenn keine Väter mehr 'vorhanden' sind, werden die Portraits der Mütter auf beiden Seiten eingesetzt. Insgesamt entstehen 17 Objekte, die im Rahmen der großen Ausstellung „REtalhar“ gemeinsam mit den Arbeiten anderer brasilianischer Designer und Künstler 2002/2003 in Rio de Janeiro und São Paulo ausgestellt werden.' - Klaus Vetter